Schultz, K., Wittmann, M., Wagner, R., Lehbert, N., Szentes, B. L., Nowak, D., Faller, H., Schuler, M.

Stationäre pneumologische Rehabilitation zur Verbesserung der Asthmakontrolle. Eine randomisierte kontrollierte Studie (EPRA, Effektivität pneumologischer Rehabilitation bei Asthma bronchiale)

2021

Deutsches Ärzteblatt International, 118, 23-30. doi: 10.3238/arztebl.m2021.0003

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Hintergrund: Trotz wirksamer medikamentöser Behandlungsoptionen erreichen viele Asthmapatienten keine Asthmakontrolle. Die vorliegende randomisierte Studie mit Wartekontrollgruppe prüft, ob eine dreiwöchige stationäre pneumologische Rehabilitation (PR) die Asthmakontrolle (primäre Zielgröße) und weitere Sekundärzielgrößen (unter anderem Lebensqualität, Leitsymptome, psychische Belastung) verbessert. Ein nachgelagerter Beobachtungsstudienteil untersucht den Langzeitverlauf nach einer PR.

Methode: Nach der Antragsbewilligung (T0) wurden 412 erwachsene Rehabilitanden mit nicht kontrolliertem Asthma (Asthma Control Test [ACT] < 20 Punkte) der Interventions- (IG) oder der Wartekontrollgruppe (KG) zugewiesen. Die PR der IG begann einen Monat (T1), die der KG fünf Monate (T3) nach der Randomisierung. Die Asthmakontrolle und die Sekundärzielgrößen wurden drei Monate nach der PR der IG (T3) als Intention-to-treat-Auswertung über Kovarianzanalysen untersucht. Ergänzend wurden beide Gruppen über einen Zeitraum von 12 Monaten nach Ende der Rehabilitation nachbeobachtet.

Ergebnisse: Zum Zeitpunkt T3 betrug der mittlere ACT-Score in der KG 15,76, in der IG 20,38 Punkte. Die adjustierte Mittelwertdifferenz war mit 4,71 Punkten (95-%-Konfidenzintervall: [3,99; 5,43], Effektstärke Cohen‘s d = 1,27) klinisch relevant. Auch in den Sekundärzielgrößen zeigten sich klinisch relevante Effekte zugunsten der IG. Ein Jahr nach der Beendigung der Rehabilitation lag der mittlere ACT-Wert mit 19,00 Punkten weiterhin klinisch relevant 3,54 Punkte über dem Wert zu Rehabilitationsbeginn. Sekundäre Zielgrößen wie Lebensqualität, Leitsymptome (Dyspnoe, Husten, Auswurf, Schmerzen) und Selbstmanagement zeigten mittlere bis große Effekte.

Schlussfolgerung: Es konnte gezeigt werden, dass eine dreiwöchige PR zu einer klinisch relevanten Verbesserung der Asthmakontrolle und weiterer Sekundärzielgrößen führt. Patienten, die trotz ambulanter Behandlung keine Asthmakontrolle erreichen, profitieren daher von einer Rehabilitation.

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