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Behrendt, S., Braun, B., Bilberg, R., Bühringer, G., Bogenschutz, M.P., Nielsen, A.S., Mejldal, A., Andersen, K.

DSM-5 alcohol use disorder features among treatment-seeking older adults

2018

Sucht, 64 (4), 185-196. doi: 10.1024/0939-5911/a000550

Hintergrund: Für die Zukunft wird ein Anstieg des Anteils älterer Menschen mit Alkoholkonsumstörung (AKS) in westlichen Ländern erwartet. An die Bedürfnisse dieser Gruppe angepasste Interventionen fehlen bislang. Über die klinischen Merkmale behandlungssuchender Senioren mit AKS ist wenig bekannt. In der internationalen, multizentrischen, randomisiert-kontrollierten Therapiestudie „ELDERLY-Study" mit wenigen Ausschlusskriterien wurden zwei kurze ambulante Interventionen für Erwachsene im Alter 60+ mit AKS nach DSM-5 untersucht. Ziele: 1) Die Informationen zur Methodik der ELDERLY-Studie um Informationen zu den klinischen Merkmalen der AKS in der Stichprobe und in Subgruppen nach Geschlecht und Land zu ergänzen und 2) Informationen über AKS-Merkmale bei behandlungssuchenden älteren Menschen bereitzustellen. Methoden: Verwendet wurden Baselinedaten der dänischen und deutschen Studienteilnehmer (n=544). DSM-5 AKS-Diagnosen wurden mit dem Mini International Neuropsychiatric Interview, Alkoholkonsum mit der Form 90 erhoben. Ergebnisse: Kontrollverlust, erfolglose Kontrollversuche, Konsum trotz körperlicher und/oder seelischer Konsequenzen und Craving waren die häufigsten AKS-Symptome
(> 70 %). 54.9 % berichteten eine schwergradige AKS, (mittelgradig: 28.2 %, leichtgradig: 16.9 %). Die durchschnittliche tägliche Trinkmenge betrug 6.3 Standardgetränke á 12 Gramm Ethanol. 93.9 % berichteten Rauschtrinken. Ein stärker ausgeprägtes Konsumverhalten war mit höherem AKS-Schweregrad und männlichem Geschlecht assoziiert. Unterschiede zwischen den Ländern zeigten sich für Konsummuster und Schweregrad. Schlussfolgerungen: ELDERLY-Teilnehmer aus zwei europäischen Ländern zeigten typische Abhängigkeitssymptome, intensive Konsummuster und alle AKS-Schweregrade. Diese Befunde unterstreichen die klinische Bedeutsamkeit von Symptomberichten bei behandlungssuchenden Senioren mit AKS.

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