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Atzendorf, J., Gomes de Matos, E., Kröger, C., Kraus, L., Piontek, D.

Die Nutzung von E-Zigaretten in der deutschen Bevölkerung - Ergebnisse des Epidemiologischen Suchtsurvey 2015

2018

Das Gesundheitswesen, efirst 27 Feb 2018. doi: 10.1055/s-0043-119079

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Hintergrund Schätzungen zum E-Zigarettenkonsum in Deutschland variieren erheblich. Die Nutzung von E-Zigaretten zur Tabakentwöhnung wird kritisch diskutiert. Anhand aktueller Daten soll die Verbreitung des Konsums von E-Zigaretten und deren Nutzung in der erwachsenen Allgemeinbevölkerung Deutschlands dargestellt werden. Methoden Als Datenbasis diente der Epidemiologische Suchtsurvey 2015, eine bundesweite Befragung von 18- bis 64-jährigen in Deutschland (n=9,204; Rücklaufquote: 52,2%). Ergebnisse E-Zigaretten waren einem Großteil der Befragten bekannt (85,3%, 43,5 Mio.), wohingegen lediglich 2,9% (1,5 Mio.) E-Zigaretten in den letzten 30 Tagen genutzt hatten. Jüngere Personen (OR=0,95, 95%-KI=(0,93; 0,97)), Männer (OR=1,45, 95%-KI=(1,02; 2,07)) und Raucher (OR=12,53, 95%-KI=(8,71; 18,03)) zeigten ein signifikant höheres Risiko, E-Zigaretten zu konsumieren. Etwa ein Drittel (36,6%) der Raucher und Ex-Raucher konventioneller Zigaretten nutzte E-Zigaretten zur Tabakentwöhnung, wovon ein Fünftel (21,3%) mit dem Rauchen aufhören konnte. Schlussfolgerungen E-Zigarettennutzer scheinen häufiger männlich, jünger und Raucher konventioneller Zigaretten zu sein. Neben Neugierde ist die Veränderung des Rauchverhaltens ein bedeutendes Konsummotiv. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Gebrauch von E-Zigaretten vereinzelt zur Tabakentwöhnung beitragen kann, die Mehrheit der Nutzer aber weiterhin konventionelle und/oder E-Zigaretten konsumiert.

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