Liebe Leserinnen und Leser,

etwas verspätet erhalten Sie heute den Newsletter des IFT Institut für Therapieforschung mit einem Überblick der Ereignisse des laufenden Jahres.

Zu nennen sind die Bekanntgabe der Drogentodeszahlen durch die Drogenbeauftrage Frau Mortler auf einer Pressekonferenz in Berlin am 15. Mai. Ziel dieses Gesprächs war es, die Presse neben den aktuellen Zahlen über die langzeitliche Entwicklung drogenbedingter Mortalität auf der Grundlage der Auswertung der Falldatei Rauschgift des Bundeskriminalamts zu informieren. Gemäß der vom IFT durchführten „Analyse drogenbedingter Todesfälle“ besteht eine der wichtigsten Aufgaben des Suchthilfesystems darin, schadensminimierende Betreuungsangebote für Drogenabhängige anzubieten. Hierzu gehören neben der Opioidsubstitution Angebote, die nicht auf Drogenfreiheit bestehen, wie zum Beispiel die Vergabe steriler Konsumutensilien. Weiterhin sind Angebote wie Wohnmöglichkeiten und die medizinische und psychosoziale Betreuung von Personen der offenen Drogenszene ausbaufähig. Als ultima ratio zur Vermeidung von akuten Überdosierungen bietet sich die Vergabe von Naloxon an Opioidabhängige oder deren Angehörige an und die Schulung dieser Personen im Umgang damit.

Des Weiteren enthält der Newsletter Informationen über neue Forschungstätigkeiten und insbesondere Auszüge von Forschungsergebnissen in Form von Publikationen und Vorträgen. Bemerkenswert erscheint, dass Trendanalysen auf der Grundlage der Daten der Europäischen Schülerstudie im Zeitraum 1999 bis 2015, trotz gewisser regionaler Unterschiede in allen Regionen auf einen starken Rückgang des täglichen Tabakkonsums und einen moderaten Rückgang des wöchentlichen Alkoholkonsums sowie des monatlichen Rauschtrinkens hinweisen. Ein Rückgang des Cannabiskonsums konnte dagegen nur in Westdeutschland und in den Balkanstaaten beobachtet werden.

Schließlich hat das IFT am 26. Juli 2018 zur Besichtigung der neuen Räume in die Leopoldstraße 175 eingeladen. Der Empfang richtete sich insbesondere an Kolleginnen und Kollegen aus München und Bayern, mit denen das IFT regelmäßig zusammenarbeitet. Im Rahmen einer Posterausstellung über aktuelle Projekte und die wissenschaftlichen Arbeiten des IFT der vergangenen 45 Jahre fand in angenehmer Atmosphäre ein angeregter fachlicher und persönlicher Austausch statt.

Viel Freude beim Lesen wünscht Ihnen

Ludwig Kraus

 
 
 
 

AKTUELLE PROJEKTE

Recherche von Handlungsempfehlungen zur Prävention des Tabakkonsums und Förderung des Nichtrauchens

Ziel dieses Projekts ist es, eine Übersicht von publizierten Handlungsempfehlungen zur Prävention des Tabakkonsums und zur Förderung des Nichtrauchens zu geben. Die Literaturrecherche beinhaltet eine systematische Identifizierung nationaler und internationaler Empfehlungen und nimmt Bezug auf verhaltens- und verhältnispräventive Ansätze in verschiedenen Lebenswelten.

Aktualisierung der Expertise zur Suchtprävention

Die Aktualisierung beinhaltet eine systematische Literaturrecherche in Datenbanken anknüpfend an die vorangegangene Expertise zur Suchtprävention von 2012 zur Identifikation von systematischen Reviews und Metaanalysen, die die Effektivität von Präventionsmaßnahmen zur Reduktion des Substanzkonsums und substanzbezogener Störungen bei Kindern und Jugendlichen (Altersbereich bis 25 Jahre) beleuchten.

Kurzbeschreibungen zu weiteren Projekten des IFT finden Sie auf unserer Website.

PUBLIKATIONEN

Die Nutzung von E-Zigaretten in der deutschen Bevölkerung – Ergebnisse des Epidemiologischen Suchtsurvey 2015

Schätzungen zum E-Zigarettenkonsum in Deutschland variieren erheblich. Die Nutzung von E-Zigaretten zur Tabakentwöhnung wird kritisch diskutiert. Anhand aktueller Daten soll die Verbreitung des Konsums von E-Zigaretten und deren Nutzung in der erwachsenen Allgemeinbevölkerung Deutschlands dargestellt werden.

”Are The Times A-Changin’”? Trends in Adolescent Substance Use in Europe

Schätzung zeitlicher Trends des gegenwärtigen Zigaretten-, Alkohol- und Cannabiskonsums bei Jugendlichen in Europa nach Geschlecht und Region. Regionale Unterschiede werden getestet und diskutiert.

Spielersperren in Deutschland: Stand der gesetzlichen Glücksspielregelungen und ihre Umsetzung

Spielersperren stellen eine Maßnahme des Spielerschutzes dar. Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Darstellung der derzeitigen Gesetzesgrundlage von Spielersperren in Deutschland und den Bundesländern und beispielhaft ihrer Nutzung in Bayern.

Weitere Publikationen finden Sie auf unserer Website.

EREIGNISSE

Beiträge auf Fachkongressen

Atzendorf, J., Apfelbacher, C., Gomes de Matos, E., Kraus, L., & Piontek, D. (2018, May). Can macroeconomic factors explain differences in smoking, nutrition, alcohol use, and physical activity between federal states in Germany? A multilevel analysis. Vortrag, 44th Alcohol Epidemiology Symposium of the Kettil Bruun Society, Chiang Mai, Thailand.

Kraus, L., Motka, F., Sleczka, P., Braun, B., & Cisneros Örnberg, J. (2018, April). Who uses self-exclusion to regulate problem gambling? A systematic literature review. Presentation, 5th International Conference on Behavioral Addictions ICBA 2018, Cologne, Germany.

Kühnl, R., & Kraus, L. (2018, May). Background and effects of the New Psychoactive Substances Act (NpSG). Presentation, 21st Conference of the European Association of Substance Abuse Research (EASAR), Vienna, Austria.

Loy, J. K., Grüne, B., Braun, B., & Kraus, L. (2018, September). Gesetzliche Regelungen von Spielersperren in Deutschland und internationaler Forschungsstand zur Nutzung. Deutscher Suchtkongress, Hamburg.

Pfeiffer-Gerschel, T. (2018, September). European Drug Report. Trends and Developments. 156. Working Group Southeast, Nürnberg, Germany.

Weitere Vorträge finden Sie auf unserer Website.

BERICHTE

Sichtung und Zusammenfassung vorliegender schulbasierter Modelle zur Reduktion oder Verhinderung von riskantem Alkoholkonsum bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen
Ziel der vorliegenden Studie war es, mit Blick auf die Situation in Deutschland zu prüfen, welche Handlungsempfehlungen sich für eine effektive schulische Alkoholprävention treffen lassen. Dazu wurden eine freie Onlinesuche zu existierenden schulischen Präventionsprogrammen (Bestandsaufnahme) und eine systematische Literatursuche zur Effektivität dieser Programme (Effektivitätseinschätzung) miteinander verknüpft. Der Ergebnisbericht kann über die Website des GKV-Bündnis für Gesundheit abgerufen werden.

Analyse drogeninduzierter Todesfälle
Ziele des vorliegenden Berichts sind alters- und geschlechtsspezifische Analysen der Drogentodesfälle des Jahres 2015 und 2016 und die Beobachtung zeitlicher Veränderungen bestimmter Charakteristika der drogenbezogenen Todesfälle der Jahre 2012 bis 2016. Dies beinhaltet die Umstände des Drogentods wie die festgestellten Substanzen (auf der Grundlage toxikologischer Gutachten), die zusätzlich konsumierten Substanzkonsum oder die Auffindesituation, d.h. ob Dritte anwesend waren, Rettungsversuche unternommen wurden, Krisen vor dem Drogentod vorlagen, vorausgehende Komorbiditäten oder soziale Kontakte bestanden. Die Ergebnisse dieser Schätzung sind auf der Website des Bundesministeriums für Gesundheit abrufbar.

PROMOTIONEN

Frau Elena Gomes de Matos hat im März dieses Jahres im Fachbereich Erziehungs- und Sozialwissenschaften an der Universität Hildesheim mit dem Thema „Sozioökonomische Unterschiede im Alkoholkonsums und seiner Folgeprobleme“ promoviert. Sie erlangte den Titel des Doktor der Philosophie (Dr. phil.) mit dem Prädikat Summa cum laude.

PERSONALIEN

Dr. Elena Gomes de Matos hat die Leitung der Arbeitsgruppe Epidemiologie und Diagnostik übernommen, ist aber derzeit in Elternzeit.

Dr. Kirsten Lochbühler ist promovierte Psychologin und leitet seit März 2018 den Forschungsbereich Prävention am IFT. Sie hat im Rahmen ihrer Dissertation im Bereich Tabakprävention den Einfluss sozialer Faktoren auf das Rauchverhalten bei Kindern und Jugendlichen sowie bei erwachsenen Rauchern untersucht. Die letzten vier Jahre hat sie als Senior Researcher an der University of Pennsylvania Studien zur Tabakprävention und -kontrolle durchgeführt. Frau Dr. Lochbühler vertritt derzeit Frau Dr. Gomes de Matos als Leiterin der Arbeitsgruppe Epidemiologie und Diagnostik.

Dr. Daniela Piontek war seit Dezember 2004 am IFT zunächst als Doktorandin der Arbeitsgruppe Tabakabhängigkeit und Präventionsforschung beschäftigt. Nach ihrer Promotion 2008 wechselte sie in die Arbeitsgruppe Epidemiologie und Diagnostik, deren Leitung sie ab Juni 2013 übernahm. Im August 2018 übernahm Frau Dr. Piontek die Leitung des Krebsregisters an der Sächsischen Ärztekammer.

Simone Delle ist seit Februar 2018 als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Arbeitsgruppe Epidemiologie und Diagnostik beschäftigt und arbeitet im Projekt Erstellung des Entwurfs des 3. Sächsischen Drogen- und Suchtberichts mit. Sie studierte zunächst Betriebswirtschaftslehre, arbeitete in der Gesundheitsforschung, erwarb parallel den B.Sc. Psychologie und ist seit 2017 im Masterstudiengang Klinische Gerontopsychologie an der TU Chemnitz immatrikuliert.

DEUTSCHE BEOBACHTUNGSSTELLE FÜR DROGEN UND DROGENSUCHT

Im Juni 2018 ist der Europäische Drogenbericht erschienen. Er enthält aktuelle Informationen zu Drogenproblemen in Europa. 

IFT-GESUNDHEITSFÖRDERUNG

Über das aktuelle Fort- und Weiterbildungsangebot der IFT-Gesundheitsförderung können Sie sich hier informieren.

 
 
 

IFT Institut für Therapieforschung gemeinnützige GmbH, Leopoldstraße 175, 80804 München
Tel. +49 89 360804-0 / Fax +49 89 360804-19 / E-Mail: ift@ift.de

Registergericht München, HRB 46395, Ust.-IdNr.: DE 129521698
Geschäftsführung: Stefanie Filipp, Dr. Tim Pfeiffer-Gerschel

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