Kraus, L., Pabst, A., Piontek, D., Gomes de Matos, E.

Substanzkonsum und substanzbezogene Störungen: Trends in Deutschland 1980-2012

2013

Sucht, 59 (6), 333-345

Ziel: Es wird ein Überblick über Design und Stichprobenziehung, Erhebungsinstrumente, Durchführung sowie methodische Analysen des Epidemiologischen Suchtsurveys (ESA) 2012 gegeben. Methodik: Die Ziehung der Personenstichprobe erfolgte disproportional zur Verteilung der Geburtsjahrgänge auf Basis der Einwohnermelderegister in einem zweistufigen Zufallsverfahren. Die Befragungen wurden im Methodenmix durchgeführt (schriftlich, telefonisch, Internet). Ergebnisse: Insgesamt nahmen 9,084 Personen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren an der Studie teil (Nettoausschöpfung 53.6 %). Das Redressement-Gewicht hatte eine Effektivität von 67.6 %. Nicht-Teilnehmer wiesen eine niedrigere Konsumprävalenz von Alkohol und Cannabis, aber eine erhöhte Prävalenz des episodischen Rauschtrinkens und Schlafmittelgebrauchs sowie höhere Tabakkonsummengen auf als Teilnehmer. Telefonisch und im Internet befragte Personen gaben seltener Substanzkonsum an als schriftlich Befragte. Schlussfolgerungen: Der zentralen Herausforderung sinkender Ausschöpfungsraten in epidemiologischen Studien kann der Survey durch den Einsatz unterschiedlicher Befragungsmethoden standhalten. Selektionseffekte sind aufgrund der Nicht-Berücksichtigung bestimmter Bevölkerungsgruppen sowie aufgrund von Non-response-Effekten möglich.

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