Pfeiffer-Gerschel, T.

Fit for purpose. Perspektiven der modernen Drogenbehandlung

2015

Sucht Aktuell, 17 (2), 12-15

Literatur über das Für und Wider der Angemessenheit der Verwendung des Begriffes "Sucht" oder "süchtigen Verhaltens" zur Beschreibung einer umfassenden Problembelastung aufgrund des Konsums psychoaktiver Substanzen (oder verwandter Phänomene wie z. B. pathologisches Glücksspiel) füllt Regalmeter. Analog der (Wieder-)Einführung dieser Begrifflichkeit in der fünften Auflage des Diagnostischen und Statistischen Manuals (DSM) der APA ("Sucht und zugehörige Störungen") soll der Begriff im Rahmen dieses Beitrags verwendet und verstanden werden: Der zugrunde liegende Gedanke ist, mit der Verwendung dieser Begrifflichkeit und der dazu gehörenden "Substanz-Gebrauchsstörungen" inhaltlich zur Entstigmatisierung des Abhängigkeits-Labels beizutragen. Ob dies aufgrund der Änderung der Terminologie (zumal unter Rückgriff auf einen "alten" Begriff) funktionieren kann, sei dahingestellt - ist aber nicht primär Gegenstand dieses Beitrags. Wichtig erscheint, dass bereits anhand dieses Beispiels deutlich wird, dass der Fachbegriff der "Sucht" einem Bedeutungswandel unterliegt, der nicht unerheblich davon abhängt, was im Laufe der Jahre als "modern" und damit "angemessen" betrachtet wurde und wird. Dies ist deshalb so wichtig, weil sich aus der jeweils gültigen Definition der "Moderne" implikationen für Interventionen und "angemessene" Behandlungen ableiten lassen.

Kontakt

IFT Institut für Therapieforschung
Leopoldstraße 175
80804 München

Tel. +49 89 360804-0
Fax +49 89 360804-19
Email: ift@ift.de