Jakob, L., Stöver, H., Pfeiffer-Gerschel, T.

Suchtbezogene Gesundheitsversorgung von Inhaftierten in Deutschland - eine Bestandsaufnahme

2013

Sucht, 59 (1), 39-50

Ziel: Die vorliegende Übersichtsarbeit geht der Frage nach, wie viele Suchtmittelabhängige sich in deutschen Haftanstalten befinden und welche Angebote im Bereich der suchtbezogenen Gesundheitsversorgung von Inhaftierten in Deutschland existieren. Ergebnisse: Der Anteil intravenös konsumierender Drogenabhängiger in deutschen Gefängnissen wird auf etwa 30% (Männer) und über 50% (Frauen) geschätzt, der Anteil Alkoholabhängiger auf ca. 38% und der Anteil aktueller und täglicher Raucher auf 79% der Gefangenen. Unter dem siebten Titel des Strafvollzugsgesetzes (Gesundheitsversorgung) werden keine gesonderten Vorgaben für den Umgang mit dieser Klientel gemacht. Das Fehlen verbindlicher bundesweiter Richtlinien zur suchtbezogenen Gesundheitsversorgung in Haft führt zu Unterschieden in der Art und Verfügbarkeit von Therapieangeboten zwischen den Bundesländern. Schlussfolgerungen: Obwohl die Raten Suchtmittel konsumierender Inhaftierter um ein Vielfaches über denen der Allgemeinbevölkerung liegen und ein umfassendes intramurales Behandlungsangebot erfordern, existieren trotz Äquivalenzprinzip deutliche Unterschiede zwischen intra- und extramuraler Behandlung Suchtmittel konsumierender oder abhängiger Personen.

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