Liebe Leserinnen und Leser,

der aktuelle Newsletter des IFT Institut für Therapieforschung gibt Ihnen einen Überblick der Ereignisse von Oktober letzten Jahres bis einschließlich Februar 2019.

Als Meilenstein ist die Neuausrichtung des Informationssystems zu psychoaktiven Substanzen und Medikamente (Phar-Mon plus) zu nennen. Historisch ist das Projekt als Informationssystem für den nicht-bestimmungsgemäßen Gebrauch von Medikamenten unter dem Namen EBIS-Med gestartet, wurde unter dem Namen Phar-Mon weiterentwickelt und im Jahr 2014 auf eine zeitnahe Identifikation neuer Entwicklungen und ein Monitoring von neuen psychoaktiven Substanzen (NpS) ausgerichtet. Mit der neuen Laufzeit ab Januar 2019 wurde das Projekt erweitert auf eine möglichst sensible, aber auch belastbare Berichterstattung zum Gesamtkomplex neuer Entwicklungen im Konsum und der Verbreitung psychoaktiver Substanzen in Deutschland.

Dies bedeutet, dass neue Entwicklungen des Konsums psychoaktiver Substanzen und Medikamenten aus unterschiedlichen Perspektiven und Datenquellen untersucht werden. Vorgesehen sind unter anderem „Datenerhebungs-Wochen“, in denen in vier Regionen Deutschlands in einer Momentaufnahme ein möglichst umfassendes Bild der Situation in Hinblick auf etablierte und neue psychoaktive Substanzen erhoben wird. Dabei wird mit Interviews und schriftlichen Fragebögen die Expertise von verschiedenen Akteuren in konsumentennahen Einrichtungen und Institutionen, Präventionsprojekten, niedrigschwelligen Einrichtungen, Substitutionsambulanzen und von Konsumenten eingeholt. Zur Beobachtung des Partyszene wird eine Pilotstudie durchgeführt, in der Abwasserproben auf einem Musikfestival entnommen und auf eingenommene psychoaktive Substanzen untersucht werden. Im Rahmen des Early Warning Systems erfolgt eine strukturierte Zusammenarbeit und ein Informationsaustausch mit dem nationalen Netzwerk sowie der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) zum Thema neue psychoaktive Substanzen.

Wie üblich enthält der Newsletter Informationen über neue Forschungstätigkeiten und insbesondere Auszüge von Forschungsergebnissen in Form von Publikationen und Vorträgen sowie Neuigkeiten aus unserem Partnerinstitut IFT-Gesundheitsförderung.

Viel Freude beim Lesen wünscht Ihnen!

Ludwig Kraus

 
 
 
 

AKTUELLE PROJEKTE

Informationssystem zu psychoaktiven Substanzen und Medikamenten
Phar-Mon plus ist ein Informationssystem für Neuentwicklungen im Konsum von psychoaktiven Substanzen und Medikamenten. Ziel ist eine möglichst sensible, aber auch belastbare Berichterstattung zum Gesamtkomplex neuer Entwicklungen im Konsum und der Verbreitung psychoaktiver Substanzen in Deutschland.

Überarbeitung und Pilot-Durchführung des Ausstiegsprogramms „losgelöst“ für jugendliche Raucher/innen
„Losgelöst“ ist ein Ausstiegsprogramm für jugendliche Raucher/innen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren, das im Schulsetting durchgeführt wird. Ziel des aktuellen Projekts ist die Aktualisierung und Überarbeitung des Programms auf Basis aktueller Erkenntnisse und unter Berücksichtigung der Wünsche und Erfahrungen der beteiligten Personengruppen, um dessen Nachhaltigkeit sicherzustellen.

Evidenz und Implementierung wirksamer kommunaler Suchtprävention
Als Teilprojekt des Verbundantrags „Verbesserung der Qualität von Maßnahmen und Strukturen der Alkoholprävention in den Lebenswelten Kommune und Schule im Rahmen des HaLT-Programms“ konzentriert sich das vom GKV-Bündnis für Gesundheit geförderte Projekt auf den Aufbau und die Pflege kommunaler Präventionsnetzwerke und förderlicher Strukturen.

The European School Survey Project on Alcohol and Other Drugs (ESPAD)
Die Europäische Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen (ESPAD) erhebt seit 1995 alle vier Jahre vergleichbare Daten zum Substanzkonsum bei 15-16-jährigen Schülerinnen und Schülern in Europa. An der Studie nehmen mehr als 35 Europäische Länder und in Deutschland nimmt das Bundesland Bayern teil. Ziel ist das Monitoring von Trends und Vergleiche zwischen den Ländern.

Kurzbeschreibungen zu weiteren Projekten des IFT finden Sie auf unserer Website.

PUBLIKATIONEN

Help-seeking of problem gamblers: a narrative review [Inanspruchnahme von Hilfe durch Personen mit problematischem Glücksspielverhalten: Eine narrative Literaturübersicht] (Englische Publikation)
Trotz gravierender Auswirkungen pathologischen Glückspielens nimmt nur ein geringer Anteil der Betroffenen Hilfe in Anspruch. Eine angemessene Versorgung von Personen mit Glücksspielproblemen erfordert Wissen über Motive und Hindernisse der Inanspruchnahme von Hilfe. Die vorliegende Literaturstudie gibt einen Überblick über den Anteil der Glücksspieler, die Hilfe suchen und berichtet zentrale Forschungsergebnisse zu Motiven und Hindernisse der Inanspruchnahme von Hilfe. 

Patterns of multiple lifestyle risk factors and their link to mental health: a latent class analysis in the German adult population [Riskantes Gesundheitsverhalten und ihr Bezug zur psychischen Gesundheit in der allgemeinen Erwachsenenbevölkerung in Deutschland: Eine latente Klassenanalyse] (englische Publikation)
Lebensstil bedingte Risikofaktoren wie Trinken oder ungesunde Ernährung können sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Daher ist es wichtig, nicht nur einzelne, sondern verschiedene durch den Lebensstil bedingte Risikofaktoren zu untersuchen. In der vorliegenden Studie werden (1) Muster von Risikofaktoren in der Erwachsenen Bevölkerung in Deutschland ermittelt und (2) Zusammenhänge zwischen den gefundenen Mustern und äußeren Einflüssen untersucht.

Die ELDERLY-Studie und Stichprobe einer Untersuchung zur ambulanten Psychotherapie von Alkoholstörungen bei älteren Erwachsenen
Ziel der Publikation ist es, über die ELDERLY-Studie zur Erprobung zweier ambulanter Kurzinterventionen (Einzelsetting) für Menschen im Alter 60+ mit DSM-5 Alkoholkonsumstörung (AKS) in Deutschland zu informieren.

Older adults in treatment for alcohol use disorders: service utilisation, patient characteristics and treatment outcomes [Ältere in Alkoholbehandlung: Inanspruchnahme der Versorgung, Patientencharakteristika und Behandlungsergebnisse] (Englische Publikation)
In westlichen Ländern führt der Demografische Wandel zu einer alternden Gesellschaft. Folglich steigt die Zahl älterer Menschen mit alkoholbezogenen Störungen und damit wahrscheinlich auch die Behandlungsnachfrage. Jedoch lassen sich bisher nur wenig ältere Menschen mit alkoholbezogenen Störungen behandeln und über die Wirksamkeit einer solchen Behandlung ist wenig bekannt. Die vorliegende Studie ermittelt den Anteil von älteren Menschen mit alkoholbezogenen Störungen in der Suchtbehandlung, besondere Merkmale sowie Behandlungserfolge.

Who uses self-exclusion to regulate problem gambling? A systematic literature review [Wer nutzt das Angebot einer Spielersperre zur Regulierung problematischen Glücksspielverhaltens] (Englische Publikation)
Programme zur Selbstsperre von Personen mit Glücksspielproblemen bieten diesen Personen die Möglichkeit zur Wiedererlangung der Kontrolle und Regulierung ihres Glücksspielverhaltens. Diese Programme werden jedoch unzureichend genutzt. Diese systematische Literaturrecherche  beschreibt soziodemografische Merkmale und das Spielverhalten von Personen, die sich sperren ließen, sowie die Ziele und Motivationen, sich vom Glücksspiel auszuschließen zu lassen.

Weitere Publikationen finden Sie hier.

EREIGNISSE

Beiträge auf Fachkongressen

Atzendorf, J., Aschenbrenner, A. B., Gomes de Matos, E., Kraus, L., Delle, S., Kröger, C. et al.  (2018, Dezember). E-Zigaretten: Einschätzung von Gesundheitsgefahren und Nutzung zur Tabakentwöhnung. Vortrag, Deutsche Konferenz für Tabakkontrolle, Heidelberg.

Kraus, L. (2018, December). Youth drinking in decline - An international perspective. Presentation, Youth drinking in decline: Evidence, explanations and implications, Sheffield, UK.

Pfeiffer-Gerschel, T. (2018, November). Süchtig - aber warum? Stadt - Land - Sucht. Wer übernimmt Verantwortung? Vortrag, Jahrestagung der Drogenbeauftragten, Berlin.

Pfeiffer-Gerschel, T. (2018, November). Von der Drogenhilfe zur Suchthilfe - Wie geht es weiter? Vortrag, Fachtagung Drogenhilfe Berlin, 40jähriges Bestehen, Berlin.

Schneider, F., Pfeiffer-Gerschel, T., & Patzak, J. (2018, Oktober). Groups in social fabric: prisons and their handling of drug use in German custody. Annual Conference of the European Society for Social Drug Research, Budapest, Hungary.

Specht, S., Piontek, D., Kraus, L., Wildner, M., & Braun, B. (2018, Oktober). Herausforderungen im ambulanten Suchthilfesystem: Kohorten-, Perioden- und Alterseffekte der Inanspruchnahme unter besonderer Berücksichtigung der „Babyboomer"-Generation 2018. Vortrag, 17. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung, Berlin.

Weitere Vorträge finden Sie auf unserer Website.

BERICHTE

Suchthilfe in Deutschland 2017. Jahresbericht der Deutschen Suchthilfestatistik
In diesem Bericht werden jährlich die wichtigsten aktuellen Ergebnisse der Deutschen Suchthilfestatistik (DSHS) zusammengefasst. Die aktuell vorliegende Statistik basiert auf den Daten des Jahres 2017, die mit dem Deutschen Kerndatensatz zur Dokumentation im Bereich der Suchthilfe (KDS), der in seiner aktuellen Fassung seit 2017 Verwendung findet, erhoben worden sind.

PERSONALIEN

Christian Rauschert studierte 2012-2015 an der LMU München Soziologie (B.A.) und von 2016 bis 2018 Public Health an der LMU München (M.Sc.). Seit 2019 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Epidemiologie & Diagnostik.

Lucia Sedlacek hat am 01.10.2018 in der Arbeitsgruppe Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern als neue Mitarbeiterin begonnen. Frau Sedlacek hat Psychologie in Wien und Barcelona studiert und ihren Masterabschluss an der Universität Wien erworben.

Frau Dr. Barbara Braun schied zum 01.01.2019 als Projektleiterin des Forschungsbereichs der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG) am IFT aus.

Angela Grübl war seit März 2001 als Sekretärin und Teamassistentin in verschiedenen Arbeitsgruppen am IFT tätig und hat sich Ende Januar 2019 in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. 

DEUTSCHE BEOBACHTUNGSSTELLE FÜR DROGEN UND DROGENSUCHT

Erhebung der in Deutschland abgegebenen Konsumutensilien und ausgebender Einrichtungen
Es wird eine bundesweite Erhebung aller Träger durchgeführt, die Drogenkonsumutensilien (z.B. Spritzen und Nadeln, Pfännchen etc., aber auch Utensilien für den inhalativen und nasalen Konsum) abgeben und somit ein Überblick über die Versorgungslage gewonnen. 

Datenerhebung zum Substanzkonsum in der JVA Wittlich
Mithilfe eines kurzen Fragebogens zu den Themen Drogenkonsum, Harm Reduction und Risikoverhalten wurde eine Vollerhebung der Insassen der Justizvollzugsanstalt Wittlich in Rheinland-Pfalz durchgeführt. Insbesondere die Einführung verschiedener Projekte zur Substanzmissbrauchserkennung und damit einhergehender repressiver, präventiver und beratender Maßnahmen bietet die Möglichkeit, das Augenmerk auf den Bereich der Substanzabhängigkeit und den -missbrauch in der JVA Wittlich zu richten.

Weitere Informationen zu den Aktivitäten der DBDD finden Sie unter www.dbdd.de 

IFT-GESUNDHEITSFÖRDERUNG

IFT-Ambulanz
Mit 108 behandelnden Therapeuten/innen in Ausbildung und approbierten Kolleginnen im Jahr 2019 leistet die IFT-Ambulanz einen wichtigen Beitrag zur Versorgung psychisch Kranker in München. 2019 wurden an der Ambulanz insgesamt 1232 Patientinnen und Patienten behandelt. Neben Einzeltherapien werden Patientinnen und Patienten auch in Gruppentherapien bzw. in einer Kombinationsbehandlung in der Ambulanz behandelt.

Die Änderungen der Psychotherapierichtlinie 2017 stärkten vor allem die Durchführung von Gruppentherapien bzw. Kombinationsbehandlungen. Die IFT-Ambulanz hat darauf reagiert und seit 2017 das bereits bestehende Gruppenprogramm ausgebaut bzw. erweitert. Neben dem Gruppentraining sozialer Kompetenzen (GSK), dem Training emotionaler Kompetenzen (TEK), dem Stressbewältigungstraining, bieten die Therapeutinnen und Therapeuten in Ausbildung seit 2017 auch eine Gruppe für Menschen mit chronischem Aufschieben (Prokrastinationsgruppe) und für körperlich erkrankte Menschen (Progredienzangstgruppe) an. Seit 2017 versucht die Ambulanz zudem verstärkt Therapeutinnen und Therapeuten außerhalb der Ambulanz als Zuweiser anzusprechen, denn Einzel- und Gruppentherapie müssen laut Psychotherapierichtlinie 2017 nicht mehr vom gleichen Behandler durchgeführt werden. Das Angebot wird gut aufgenommen und die Ambulanz kann eine deutliche Steigerung der Abrechnung Gruppentherapie in den letzten Jahren verzeichnen.

Rauchfrei Tageskurs
In einem von der DAK-Gesundheit geförderten Modellprojekt zur Akzeptanz und Effektivität von Tabakentwöhnung in Betrieben werden zwei verschiedene Versionen des Tageskurses des Rauchfrei Programms miteinander verglichen. Bisher konnten mit etwa 60 Kursen über 450 Personen erreicht werden. Das zunächst bis Mitte 2019 befristete Projekt wurde bis September 2020 verlängert, so dass die angestrebte Anzahl von mindestens 600 Personen, die sechs Monate nach Kursende nachbefragt werden können, erreicht wird.

Wechsel der Geschäftsführung
Zum Jahresende 2018 ist Herr Hartmut Behle als Geschäftsführer der IFT –Gesundheitsförderung in den Ruhestand gegangen. Er war seit 1993 zunächst als Verwaltungsleiter, dann als Geschäftsführer des IFT Institut für Therapieforschung tätig und dort sehr erfolgreich für den gesamten kaufmännischen Bereich des Instituts verantwortlich. Unter anderem baute er ein elektronisches Kostenstellen- und Kostenarten-Verwaltungssystem auf, das bis heute als Grundlage für eine effiziente Mittelverwaltung der öffentlichen Zuschüsse und Aufträge für Forschungsvorhaben dient.

2008 übernahm er die Geschäftsführung des damals als Ausgliederung neugegründeten IFT-Gesundheit. In die Zeit seiner Tätigkeit fiel auch die staatliche Anerkennung der IFT-Gesundheitsförderung als Ausbildungsinstitut. Gemeinsam mit dem fachlichen Institutsleiter Dr. Christoph Kröger sowie Dr. Petra Berg und Dr. Annette Schmidt für den Bereich der Ausbildung zum Psychotherapeuten leitete er in den vergangenen 10 Jahren ein breites Angebot an Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für die Prävention und Behandlung psychischer Störungen. Gemeinsam mit den fachlich verantwortlichen Kolleginnen und Kollegen gründete er in diesem Zusammenhang eine große psychotherapeutische Ausbildungsambulanz. Weiterhin etablierte er als zusätzlichen Tätigkeitsbereich eine Abteilung für Projekte zur betrieblichen Gesundheitsförderung (u.a. zu den Themen Raucherentwöhnung, Stressbewältigung und Alkoholmissbrauch). Herr Behle hat in seinen verschiedenen Positionen einen bedeutsamen Beitrag zur Führung und Weiterentwicklung beider Institute geleistet. Ich möchte mich dafür im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter herzlich bedanken und wünsche ihm alles Gute für die Zukunft!

Zum Jahresbeginn 2019 haben nach mehrmonatiger Vorbereitung Frau Stefanie Filipp die kaufmännische und Herr Dr. Tim Pfeiffer-Gerschel die fachliche Geschäftsführung der IFT-Gesundheitsförderung übernommen. Gemeinsam mit dem Institutsleiter Dr. Christoph Kröger und den im Herbst 2018 ernannten Leiterinnen der Aus-, Fort- und Weiterbildung Dr. Petra Berg und Dr. Annette Schmidt werden sie für die umfangreichen Pläne zur Weiterentwicklung und Erweiterung der Angebote des Instituts verantwortlich sein.

Weitere Informationen über das aktuelle Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebot der IFT-Gesundheitsförderung finden Sie hier .

 
 
 

IFT Institut für Therapieforschung gemeinnützige GmbH, Leopoldstraße 175, 80804 München
Tel. +49 89 360804-0 / Fax +49 89 360804-19 / E-Mail: ift@ift.de

Registergericht München, HRB 46395, Ust.-IdNr.: DE 129521698
Geschäftsführung: Stefanie Filipp, Dr. Tim Pfeiffer-Gerschel

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