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Kröger, C., Ofner, S., Piontek, D.

Nutzung und Nutzen der E-Zigarette im Rahmen eines strukturierten verhaltenstherapeutischen Gruppenprogramms

2017

Bundesgesundheitsblatt-Gesundheitsforschung-Gesundheitsschutz, published online 14 nov, doi: 10.1007/s00103-017-2657-z

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https://link.springer.com/article/10.1007/s00103-017-2657-z

Hintergrund Der Konsum von E-Zigaretten ist weniger gesundheitsschädigend als der von Tabakzigaretten, unklar ist jedoch, ob E-Zigaretten beim Ausstieg aus dem Tabakkonsum hilfreich sind. Fragestellung In welchem Ausmaß und wie werden E-Zigaretten von aufhörwilligen Rauchern genutzt? Sind E-Zigaretten eine geeignete Hilfsmaßnahmen für aufhörwillige Raucher, die im Rahmen eines Gruppenkurses mit dem Rauchen aufhören wollen? Material und Methoden 637 Personen, die deutschlandweit an Rauchfrei-Entwöhnungskursen teilnahmen, wurden nach einem Jahr zur Nutzung von E-Zigaretten und Abstinenz von Tabakzigaretten telefonisch befragt. Ergebnisse 12,6% der befragten Kursteilnehmer hatten E-Zigaretten während oder nach der Kursteilnahme genutzt. Diese Personen hatten bei Interventionsbeginn einen signifikant höheren Zigarettenkonsum und eine höhere Tabakabhängigkeit als die übrigen Teilnehmer. Die E-Zigaretten-Nutzer waren nach einem Jahr signifikant seltener abstinent als Teilnehmer, die neben dem Rauchentwöhnungskurs Nikotinpräparate oder keine weiteren Hilfsmaßnahmen genutzt hatten. Diskussion Aufhörmotivierte Raucher, die im Rahmen eines professionell angeleiteten abstinenzorientierten Gruppenkurses die E-Zigarette als Aufhörhilfe nutzen, sind langfristig weniger erfolgreich als die anderen Teilnehmer. Das Fehlen von klaren, allgemein gültigen und leicht umsetzbaren Anweisungen, wie E-Zigaretten optimal zum Rauchstopp eingesetzt werden können, überfordert aufhörwillige Raucher. Im Vergleich zu anderen Hilfsmaßnahmen mag eine Nutzung von E-Zigaretten, die einer Anwendung von Tabakzigaretten ähnlich ist, die Motivation zur Abstinenz und die Distanz zur Tabakzigarette reduzieren.

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