Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

zum Jahresabschluss 2016 freue ich mich, Sie mit dem 2. Newsletter über aktuelle Entwicklungen und Neuigkeiten der Forschungstätigkeiten am IFT informieren zu können. Einer der wesentlichen Meilensteine der Arbeit des IFT sind die Ergebnisse des Epidemiologischen Suchtsurveys des Jahres 2015, die im Oktober publiziert wurden. Mit diesen Ergebnissen liegen eine Beschreibung des aktuellen Stands von Substanzkonsum und substanzbezogenen Problemen in Deutschland sowie der Entwicklung über zwei Dekaden vor. Ein weiterer Meilenstein ist der aktuelle Bericht der zeitgleich durchgeführten Europäischen Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen (ESPAD), für den das IFT federführend war. Die Ergebnisse geben einen Überblick zum Substanzkonsum 15- bis 16-jähriger Schülerinnen und Schüler in 35 Europäischen Ländern und zeigen Trends des Konsums ebenfalls über zwei Jahrzehnte (1995 - 2015) auf. Leider hat sich mit Ausnahme von Bayern kein weiteres Bundesland an der ESPAD Studie 2015 beteiligt, so dass in diesen Bericht keine deutschen Daten eingeflossen sind.

Der Newsletter gibt Ihnen weiterhin einen schnellen Überblick über alle aktuellen Forschungsergebnisse in Form von Vorträgen und Publikationen und hält Sie über die aktuellen Änderungen innerhalb des IFT auf dem Laufenden. Sie können den Newsletter jederzeit auf der IFT Webseite downloaden.  

Das IFT wünscht Ihnen und Ihren Angehörigen ein gesegnetes Weihnachten und einen beschaulichen Jahresausklang.

Viel Freude beim Lesen!  
Ihr Ludwig Kraus

 
 
 
 

Projekte

Epidemiologischer Suchtsurvey ESA 2015. Ergebnisse zur Methodik der Studie sowie zur aktuellen Situation und zu Trends des Konsumverhaltens bezüglich Alkohol, Tabak, illegalen Drogen und psychoaktiven Medikamenten finden Sie in der Zeitschrift Sucht 62 (5) (econtent.hogrefe.com/toc/suc/62/5) und auf der Webseite www.esa-survey.de

ESPAD Die Europäische Schülerstudie zu Alkohol und anderen Drogen. Bayern 2015. Informationen zum Konsum psychoaktiver Substanzen, zur Internetnutzung und zum Glücksspielen mit Geldeinsatz unter Schülerinnen und Schülern in Bayern finden Sie im Fact sheet hier (ift.de/fileadmin/user_upload/Literatur/ Berichte/ESPAD_Fact_Sheet_BY_2015.pdf)
Den Bericht der Erhebung 2015 in Bayern und Berichte über frühere Erhebungen finden Sie hier (ift.de/publikationen/berichte.html#c1496)

ESPAD European School Survey Project on Alcohol and other Drugs. Ergebnisse der Befragung von 96.043 Schülerinnen und Schülern in 35 europäischen Ländern im Abschlussbericht: Kostenfreie pdf-Datei und epub hier (espad.org/report/home)
ESPAD Project homepage: http://www.espad.org/

KDS 3.0 Eine Neuerung im Bereich der Deutschen Suchthilfestatistik zum kommenden Jahr ist das Inkrafttreten des überarbeiteten Kerndatensatzes zur Dokumentation in der Suchthilfe (KDS, herausgegeben von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen). Das Manual zum „KDS 3.0" sowie weitere Informationen sind auf der DSHS-Website (www.suchthilfestatistik.de) in der Rubrik KDS Manual zu finden.

Projekt „Elderly“ Im Rahmen der internationalen multizentrischen Studie zur Behandlung von Alkoholproblemen bei Älteren wurde die Aufnahme von Klientinnen und Klienten abgeschlossen. Aktuell werden die ersten Auswertungen vorgenommen. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier

Kurzbeschreibungen zu weiteren Projekten des IFT finden Sie hier (ift.de/forschung/projekte.html?no_cache=1)

Publikationen

Von Januar bis Mitte Dezember 2016 sind 23 Publikationen aus dem IFT in Fachzeitschriften erschienen. Hier vier Highlights:

Substanzkonsum in der Allgemeinbevölkerung in Deutschland. Ergebnisse des Epidemiologischen Suchtsurveys 2015. E. Gomes de Matos, J. Atzendorf, L. Kraus, & D. Piontek … In den letzten 30 Tagen hatten 28.7% der Befragten Tabakprodukte genutzt. Den Konsum von Alkohol in diesem Zeitraum berichteten 72.8%. Hinweise auf klinisch relevanten Konsum in den letzten 12 Monaten wiesen 28.3% (Männer) bzw. 9.6% (Frauen) auf. Die 12-Monats-Prävalenz illegaler Drogen lag bei 6.1% für Cannabis und bei maximal 1% für alle anderen Substanzen. Unter Medikamenten hatten Schmerzmittel die höchste Gebrauchsprävalenz (47.1%) sowie die geringste Prävalenz täglichen Gebrauchs unter Nutzern (8.6%)…. Die pdf-Datei des ganzen Artikels finden Sie hier (ift.de/fileadmin/ user_upload/Literatur/Zeitschriften/ Gomes-de-Matos_et_al_2016_Sucht-62_ESA-2015.pdf)

Zeitliche Entwicklungen im Substanzkonsum in der deutschen Allgemeinbevölkerung. Ein Rückblick auf zwei Dekaden. L. Kraus, D. Piontek, J. Atzendorf, & E. Gomes de Matos … Der Tabakkonsum hat in den letzten 20 Jahren abgenommen. Trenddaten des Alkoholkonsums zeigen sinkende Konsumwerte für Männer und stabile Werte für Frauen. Die Prävalenz des Rauschtrinkens ist bei Frauen seit dem Jahr 2009 angestiegen. Der Cannabiskonsum hat zwischen 2012 und 2015 bei beiden Geschlechtern zugenommen. Der wöchentliche Gebrauch von Schmerzmitteln ist angestiegen, während bei Schlaf-/Beruhigungsmitteln ein Rückgang zu verzeichnen ist. Indikatoren eines klinisch relevanten Konsums...Die pdf-Datei des ganzen Artikels finden Sie hier hier (ift.de/fileadmin/ user_upload/Literatur/Zeitschriften/ Kraus_et_al_2016_Sucht-62_ESA-2015.pdf)

Trinkverhalten von Personen verschiedener Herkunftsregionen in Deutschland: Ein Vergleich mit Personen ohne Migrationshintergrund. M. Strupf, E. Gomes de Matos, R. Soellner, L. Kraus, & D. Piontek. Ziel: Es wurden Personen mit Migrationshintergrund aus verschiedenen Herkunftsregionen hinsichtlich ihres Alkoholkonsums mit Personen ohne Migrationshintergrund verglichen. Methodik: Daten des Epidemiologischen Suchtsurveys (ESA) 2012 wurden ausgewertet (n=9084). Personen mit Migrationshintergrund wurden ihrer Herkunft entsprechend in 10 Gruppen aufgeteilt. Als Indikatoren zur Erfassung des Alkoholkonsums dienten Abstinenz, Durchschnittskonsum und episodisches Rauschtrinken. Inferenzstatistische Vergleiche erfolgten regressionsanalytisch. Ergebnisse: Alle Herkunftsgruppen außerhalb Europas und wenige innerhalb Europas wiesen signifikant höhere Abstinenzraten auf als Personen ohne Migrationshintergrund... Das vollständige Abstract finden Sie hier

Acute alcohol intoxication among adolescents - the role of the context of drinking. B. Grüne, D. Piontek, O. Pogarell, A. Grübl, C. Groß, O. Reis, U.S. Zimmermann, & L. Kraus. This study aims (1) to describe the context of drinking among adolescents with acute alcohol intoxication. (AAI) by gender, (2) to explore temporal changes in the context of drinking and (3) to analyse the association between the context of drinking and blood alcohol concentration (BAC). A retrospective chart review of 12- to 17-year-old inpatients with AAI (n = 1441) of the years 2000 to 2006 has been conducted in five participating hospitals in Germany... Das vollständige Abstract finden Sie hier

Weitere Publikationen - teilweise mit pdf-Datei - finden Sie hier (ift.de/publikationen/fachliteratur.html)

Ereignisse

Beiträge auf Fachkongressen
Hier eine Auswahl:

T. Pfeiffer-Gerschel, Zahlen - Daten - Fakten des Cannabiskonsums in Deutschland. Herbst-symposium illegale Drogen. Cannabis. Bezirksklinikum Regensburg und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Regensburg, 12. Oktober  

B. Braun, H. Brand, S. Specht, J. Künzel. Männer sind anders - Frauen auch. Geschlechter-unterschiede in der Deutschen Suchthilfestatistik. Deutscher Suchtkongress 2016, Berlin, 5.-7. September  

J. Atzendorf, E. Gomes de Matos, D. Piontek, L. Kraus. Riskantes Gesundheitsverhalten in der allgemeinen erwachsenen Bevölkerung in Deutschland. Deutscher Suchtkongress 2016, Berlin, 5.-7. September  

Weitere Kongressbeiträge finden Sie hier (ift.de/publikationen/vortraege-poster.html)

Media

SWR2 Wissen Cannabis. Legalisieren oder bestrafen? Sendung vom 27. Oktober. Interview u.a. mit Herr Prof. Albrecht, Herr Prof. Batra, Herr Prof. Kraus. Mehr auf der Internetpräsenz des SWR2 finden Sie hier (swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/cannabis/-/ id=660374/did=18162724/nid=660374/1q6flph/index.html)

Sonstige Ereignisse

Die neue Webseite für Phar-Mon NPS finden Sie hier (legal-high-inhaltsstoffe.de/de/phar-mon-nps.html)

Personalien

Frau Prof. Dr. phil. Anneke Bühler war Leiterin der Arbeitsgruppe Prävention des IFT. Frau Bühler hat jetzt die Professur Gesundheitswissenschaften und Prävention an der Fakultät Soziales und Gesundheit der Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten inne.  

Herr Pawel Sleczka, Magister Psychologii wird nach Abschluss seiner Dissertation „Diagnosis of gambling disorder and factors associated with gambling problems among young men" (eingereicht) Ende des Jahres das IFT verlassen und wechselt an die Bayerische Akademie für Suchtfragen BAS.  

Frau Hanna Dauber (geb. Brand), wissenschaftliche Mitarbeiterin der Arbeitsgruppe Therapie- und Versorgungsforschung, ist seit Oktober in Elternzeit.

Preis

Das International Council on Alcohol, Drugs and Traffic Safety (ICADTS) hat DRUID mit dem Widmark Award ausgezeichnet (Weitere Informationen finden Sie hier (ec.europa.eu/transport/themes/ security/news/2016-11-04-road-safety-eu-research-project-druid-receives-widmark-award_en). DRUID Driving under the Influence of Drugs, Alcohol and Medicines ist ein Projekt der EU, das 2006-2011 in Kooperation von 36 Instituten in 18 europäischen Ländern  durchgeführt wurde, mit dem Ziel, evidenz-basierte Empfehlungen zu entwickeln um die Zahl der Alkohol- und Drogeninduzierten Verkehrsunfälle zu reduzieren. Das IFT war Teil des DRUID Konsortiums und bearbeitete das Workpackage 5: Rehabilitation zur Dokumentation der Wirksamkeit unterschiedlicher rehabilitativer Maßnahmen für verkehrsauffällige Drogenkonsumenten und Abhängige in den Staaten der EU.

DBDD

Der Focal Piont DBDD des europäischen Informationsnetzwerks REITOX (Réseau Européen d´Information sur les Drogues et les Toxicomanies) legte den Jahresbericht vor. Der Bericht gibt einen Überblick über die Drogensituation in Deutschland 2016, dieses Jahr in Form eines Kurzberichts und eines Factsheets sowie ausführlichen Informationen zu den einzelnen Themen in Form von Workbooks. Der gesamte Bericht steht über die Webseiten der Drogenbeauftragten der Bundesregierung (www.drogenbeauftragte.de), der BZgA (www.bzga.de), der DHS (www.dhs.de) und der DBDD (www.dbdd.de) zur Verfügung.

IFT-GESUNDHEITSFÖRDERUNG

Über das aktuelle Fort- und Weiterbildungsangebot der IFT-Gesundheitsförderung können Sie sich hier http://ift.de/ausbildung/ausbildung.html informieren.

 
 
 

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