Ludwig Kraus & Gerhard Bühringer (zuletzt aktualisiert 3.12.2010)

Den Epidemiologischen Suchtsurvey gibt es seit 1980

Der Epidemiologische Suchtsurvey („Repräsentativerhebung zum Gebrauch und Missbrauch psychoaktiver Substanzen“) wird seit 1980 als wiederholte Querschnittsbefragung in der Bevölkerung Deutschlands durchgeführt. Die Erhebungen vor 1990 umfassten das Gebiet der damaligen Bundes­republik Deutschland, seit 1990 werden auch die neuen Bundesländer in die Befragung einbezogen. Zur Beobachtung des Konsums insbesondere von illegalen Drogen in den neuen Bundesländern wurde 1992 eine Befragung ausschließlich in Ostdeutschland durchgeführt.

Mit Ausnahme der Untersuchung von 1980, die nur in sieben von elf Ländern der alten Bundes­republik durchgeführt wurde, sind alle Untersuchungen des Epidemiologischen Suchtsurvey repräsentativ für die Bundesrepublik. Außer 1980 wurde in allen Erhebungen von den Teilnehmern ein schriftlicher Fragebogen selbstsändig ausgefüllt. Im Survey von 1980 kamen in Bayern Interviewer zum Einsatz, im Survey 2006 wurden neben der schriftlichen Befragung auch telefonische Interviews durchgeführt. Die Erhebung 2009 wurde als Methodenmix aus schriftlicher, telefonischer und Internet-Befragung durchgeführt.

Seit 1980 wechselte die Studie von einer Jugend- und jungen Erwachsenenstichprobe in den Erhebungen zwischen 1980 (12-24 Jahre) und 1990 (12-39 Jahre) ab 1995 zu einer reinen Erwachsenenstichprobe im Altersbereich zwischen 18 und 59 Jahren. Seit 2006 wird zusätzlich die Altersgruppe der 60- bis 64-Jährigen befragt.

Aktuelle Ergebnisse zum Epidemiologischen Suchtsurvey 2009 wurden in der Zeitschrift Sucht (2010), Jg.56, Bd.5 publiziert [Referenzen und Abstracts].
Weitere Ergebnisse liegen in Form von Kurzberichten und Tabellen vor [Kurzberichte ESA 2009].
Trends
zum Substanzkonsum finden sich unter ESA Trends.


Übersicht zum Epidemiologischen Suchtsurvey

Jahr
N
Region
Alter
Antwort
rate
Stichprobenziehung
Methode
Referenz

2009

8.030

Gesamt

18-64

50%

Einwohnermeldestichprobe, Kohortendisproportionale Ziehung; dt. sprechende Wohnbevölkerung

postalisch-schriftlich / telefonisch / online

Kraus & Pabst (2010)

2006

7.912

Gesamt

18-64

45%

Einwohnermeldestichprobe, disproportionale Ziehung nach Alter; dt. sprechende Wohnbevölkerung

Postalisch-schriftlich / telefonisch

Kraus (2008)

2003

8.061

Gesamt

18-59

55%

Einwohnermeldestichprobe, disproportionale Ziehung nach Alter; dt. sprechende Wohnbevölkerung

Postalisch-schriftlich

Kraus & Augustin (2005)

2000

8.139

Gesamt

18-59

51%

Einwohnermeldestichprobe; alters-proportionale Ziehung; postalischer Fragebogenversand; dt. sprechende Wohnbevölkerung

Persönliche Übergabe des schriftlichen Fragebogens

Kraus & Augustin (2001)

1997

8.020

Gesamt

18-59

65%

Random-Route; ADM-Design (Bundestagswahlkreise); altersproportionale Stichprobe; dt. sprechende Wohnbevölkerung


Persönliche Übergabe des schriftlichen Fragebogens

Kraus & Bauernfeind (1998)

1995

7.833

Gesamt

18-59

65%

Random-Route; ADM-Design (Bundestagswahlkreise); altersproportionale Stichprobe;  dt. sprechende Wohnbevölkerung


Persönliche Übergabe des schriftlichen Fragebogens

Herbst, Kraus & Scherer (1996)

1992

4.455

Ost

12-39

54%

Einwohnermeldestichprobe; alters-
proportionale Ziehung; dt. Staats-
angehörigkeit

Postalisch-schriftlich

Herbst et al. (1993)

1990

19.208
2.424

West
Ost

12-39

64%
64%

Einwohnermeldestichprobe; alters-proportionale Ziehung;  dt. Staats-
angehörigkeit

Postalisch-schriftlich

Simon & Wiblishauser (1993)

1986

5.501

West

12-29

64%

Einwohnermeldestichprobe; alters-proportionale Ziehung;  dt. Staats-
angehörigkeit

Postalisch-schriftlich

Infratest (1987)

1980

10.240

West

12-24

67%

Einwohnermeldestichprobe; alte Bundes-
länder ohne Berlin (West), Bremen, Baden-Württemberg und Hessen; altersproportionale Ziehung; dt. Staatsangehörigkeit

Postalisch-schriftlich, Interviews in Bayern

Infratest (1983)


Literatur

Kraus, L. & Pabst, A. (Hrsg.) (2010). Epidemiologischer Suchtsurvey 2009. Sucht, 56 (5), 309-384.
Abstracts

Kraus, L. (Hrsg.) (2008). Epidemiologischer Suchtsurvey 2006. Repräsentativerhebung zum Gebrauch und Missbrauch psychoaktiver Substanzen bei Erwachsenen in Deutschland. Sucht, 54 (Sonderheft 1), S1-S63.
Abstracts und pdf-Dateien

Kraus, L. & Augustin, R. (Hrsg.) (2005). Repräsentativerhebung zum Gebrauch und Missbrauch psychoaktiver Substanzen bei Erwachsenen in Deutschland. Epidemiologischer Suchtsurvey 2003. Sucht, 51 (Sonderheft 1), S4-S57.
Abstracts und pdf-Dateien

Kraus, L. & Augustin, R. (2001). Repräsentativerhebung zum Konsum psychotroper Substanzen bei Erwachsenen in Deutschland 2000. Sucht, 47 (Sonderheft 1), S3-S86.
Abstracts und pdf-Dateien

Kraus, L. & Bauernfeind, R. (1998). Repräsentativerhebung zum Konsum psychotroper Substanzen bei Erwachsenen in Deutschland 1997. Sucht, 44 (Sonderheft 1), S3-S82.
Kraus_Bauernfeind_1998.pdf [1,6MB]

Herbst, K., Kraus, L., & Scherer, K. (1996). Repräsentativerhebung zum Gebrauch psychoaktiver Substanzen bei Erwachsenen in Deutschland. Schriftliche Erhebung 1995. Bonn: Bundesministerium für Gesundheit.

Herbst, K., Schumann, J. & Wiblishauser, P. M. (1993). Repräsentativerhebung zum Kon­sum und Mißbrauch von illegalen Drogen, alkoholischen Getränken, Medi­kamenten und Tabakwaren. Untersuchung in den neuen Bundesländern 1992. Bonn: Bundesmi­nisterium für Gesundheit.

Simon, R. & Wiblishauser, P. M. (1993). Ergebnisse der Repräsentativerhebung 1990 zum Konsum und Mißbrauch von illegalen Drogen, alkoholischen Getränken, Medikamenten und Tabakwaren. Sucht, 39, 177-180.

Infratest Gesundheitsforschung (1987). Konsum und Missbrauch von Alkohol, illegalen Drogen und Tabakwaren. Bundesrepublik Deutschland. München: Infratest.

Infratest Gesundheitsforschung (1983). Konsum und Missbrauch von Alkohol, illegalen Drogen und Tabakwaren durch junge Erwachsene. München: Infratest.

 

 

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