Dilek Sonntag, Gerhard Bühringer, Tim Pfeiffer-Gerschel, Ludwig Kraus, Christina Bauer & Ann Katrin Hellwich, 2006 (zuletzt aktualisiert: 06.08.2008)
Zielsetzung
Das IFT Institut für Therapieforschung in München führt seit 1984 bevölkerungsepidemiologische und klinisch-epidemiologische Untersuchungen zum Glücksspiel in Deutschland mit Schwerpunkt "Geldspielautomaten" durch („Unterhaltungsautomaten mit Gewinnmöglichkeit“, „Daddelautomaten“). Mit dem Monitoring werden zentrale Parameter des Spielverhaltens wie „Anteil aktiver Spieler“ und „Spieldauer“ sowie die Anzahl jährlich behandelter Klienten mit pathologischem Glücksspielverhalten in den Einrichtungen der Suchtkrankenhilfe erfasst. Ziel ist es, Trendanalysen zu Langzeitveränderungen des Spielverhaltens und der damit verbundenen Problematik durchzuführen. Durch die langfristige Erhebung von Frühindikatoren problematischen Spielverhaltens in der Bevölkerung (z. B. Spieldauer pro Tag, Anteil von Vielspielern) sollen riskante Entwicklungen frühzeitig erkannt werden. Weiterhin werden Analysen von Risikofaktoren und Veränderungen des Spielverhaltens in Längsschnittstudien zur Verbesserung von Prävention und Therapie Pathologischen Glücksspielverhaltens durchgeführt.
Der Schwerpunkt der bevölkerungsepidemiologischen Daten liegt bei Geldspielautomaten. Für den Epidemiologischen Suchtsurvey 2006 wurden Daten zu allen relevanten Glücksspielen erhoben (Bühringer, Kraus, Sonntag, Pfeiffer-Gerschel & Steiner, 2007) In der Behandlungsstatistik sind ebenfalls Diagnosen zu allen Glücksspielen zusammengefasst, unabhängig von der Art des präferierten Glücksspiels. Ab 2007 wird in der Behandlungsstatistik die Art des präferierten Glücksspiels gesondert erfasst (erste Auswertung: Ende 2008).
Zu jedem der Themenbereiche des Monitoring können mehrere Abbildungen aufgerufen werden. Dazugehörige Definitionen, Berechnungsgrundlagen sowie Hinweise zu weiterführender Literatur sind weiter unten aufgeführt.
Datenquellen
- 21 Repräsentative Mehrthemenbefragungen zum Spielverhalten an Geldspielautomaten in der Bevölkerung (1984/85, 1987, 1991, 1992, 1994; Bühringer & Türk, 2000).
- Sechs Repräsentativerhebungen zum Gebrauch und Missbrauch psychoaktiver Substanzen in der Bevölkerung („Epidemiologischer Suchtsurvey“) und Fragen zum Spielverhalten an Geldspielautomaten (1990, 1992, 1995, 1997, 2000, 2003; Kraus & Augustin, 2005). Eine aktuelle Repräsentativerhebung wurde 2006 mit einem Schwerpunkt zum pathologischen Glücksspielen durchgeführt. Erste Ergebnisse sind publiziert worden (Bühringer, Kraus, Sonntag, Pfeiffer-Gerschel & Steiner, 2007), aber noch nicht für dieses Monitoring aufbereitet.
- Jährliche Auswertungen der ambulanten und stationären Suchthilfestatistik in Deutschland (1991-2006; Sonntag, 2007).
Die Auswertungen der Suchthilfestatistik beziehen sich auf alle Altersbereiche, die Bevölkerungsumfragen auf wechselnde Altersgruppen ab 18 Jahre.
Finanzierung
- Repräsentativerhebungen (Epidemiologischer Suchtsurvey) zum Gebrauch und Missbrauch psychoaktiver Substanzen in der Bevölkerung
Förderung: Bundesministerium für Gesundheit (BMG), Bonn - Jährliche Auswertungen der Suchthilfestatistik
Förderung: Bundesministerium für Gesundheit (BMG), Bonn
- Repräsentative Mehrthemenbefragungen in der Bevölkerung; Aufbau und Führung des Monitoring, Sonderauswertungen
Förderung: Spitzenverbände der Deutschen Automatenwirtschaft, Berlin im Rahmen einer ungebundenen Forschungszuwendung (bis Frühjahr 2008; seither Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz).
Das IFT ist unabhängig in der Auswahl der Fragestellungen und Hypothesen, der Planung und Durchführung des Untersuchungsdesigns sowie der Auswertung, Interpretation und Publikation der Ergebnisse.
Literatur
Bühringer, G. & Türk, D. (2000). Geldspielautomaten - Freizeitvergnügen oder Krankheitsverursacher? Ergebnisse empirischer Studien von 1984 bis 1997. Göttingen: Hogrefe.
Bühringer, G., Kraus, L., Sonntag, D., Pfeiffer-Gerschel, T. & Steiner, S. (2007). Pathologisches Glücksspiel in Deutschland: Spiel- und Bevölkerungsrisiken [Pathological gambling in Germany: Gambling and population based risks]. Sucht, 53 (5), 296-308.
Bühringer, G., Kraus, L. & Pfeiffer-Gerschel, T. (2008). Forschungsbedarf zum Pathologischen Glücksspielen [Research needs for pathological gambling]. Sucht, 54 (3), 142-145.
Bühringer, G. (2008). Von der Unmöglichkeit alle Fragen in einer Studie zu beantworten: Antworten auf die Kommentare zu Bühringer et al. (2007) über Pathologisches Glücksspiel [About the impossibility to target all questions in one study: Reply to the commentaries on Bühringer et al. (2007) about pathological gambling]. Sucht, 54 (2), 112-115.
Kraus, L. & Augustin, R. (2005). Repräsentativerhebung zum Gebrauch und Missbrauch psychoaktiver Substanzen bei Erwachsenen in Deutschland. Epidemiologischer Suchtsurvey 2003. Sucht, 51 (Sonderheft 1).
Sonntag, D. (2007). Deutsche Suchthilfestatistik 2006. Sucht, 53 (Sonderheft 1).





