Folgende Definitionen sind wichtig, um die verschiedenen Abbildungen zu den epidemiologischen Daten zu verstehen. Die dargestellten bevölkerungsepidemiologischen Prävalenzen beziehen sich auf die Spielerfahrung sowie die Spieldauer als allgemeine Parameter des Spielverhaltens an Geldspielautomaten. Die Klassifizierung der Teilnehmer hinsichtlich ihrer Spielerfahrung folgte für alle Erhebungen einer einheitlichen Regel (Bühringer & Türk, 2000).


Spielerfahrung

Die Variable „Spielerfahrung an Geldspielautomaten“ wird durch drei Kategorien abgebildet:

  • Nicht-Spieler: Personen, die noch nie in ihrem Leben an einem Geldspielautomaten gespielt haben und auch keinen Zeitpunkt bezüglich ihres letzten Spiels nannten.

  • Nicht-aktive Spieler: Spieler, deren letztes Spiel an einem Geldspielautomaten in einem Zeitraum von mehr als drei Monaten vor der Datenerhebung stattgefunden hat.

  • Aktive Spieler: Spieler, die in den letzten drei Monaten vor der Datenerhebung zumindest einmal an einem Geldspielautomaten gespielt haben.

Spieldauer

Die aktiven Spieler wurden außerdem hinsichtlich ihrer wöchentlichen Spieldauer eingeteilt:

  • Seltenspieler: Spieler, die weniger als eine Stunde pro Woche spielen.
  • Gelegenheitsspieler: Spieler, die zwischen einer und unter fünf Stunden pro Woche spielen.
  • Vielspieler: Spieler, die fünf Stunden oder mehr pro Woche spielen.

Die Erhebungs- und Berechnungsweise für die Spieldauer aus den Daten der Bundesstudien haben sich ab 2000 geändert. Bis einschließlich 1997 wurde nur die durchschnittliche Spieldauer pro Woche erfragt und daraus die Kategorisierung in Viel-, Gelegenheits- und Seltenspieler abgeleitet. Wegen des hohen Anteils fehlender Angaben wurde ab 2000 die zusätzliche Frage eingeführt, ob die Person in den letzten 3 Monaten seltener als einmal pro Monate gespielt habe. Alle Befragten, die hier mit ja antworteten, wurden in der Auswertung zu den „Seltenspielern“ gezählt. Dies betrifft alle Datenpunkte in den Grafiken zur Spieldauer für die Jahre 2000 und 2003. Der Anteil fehlender Werte wurde nach Einführung der Zusatzfrage deutlich gesenkt.


Einteilung der Regionen

Bei Auswertungen, die Daten für Nord- und Süddeutschland bzw. West- und Ostdeutschland gegenüberstellen, wurden folgende Kategorisierungen verwendet:

Nord: Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein

Süd: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Thüringen

Ost: Neue Bundesländer

West: Alte Bundesländer


Diagnosen in der Suchthilfestatistik

In den ambulanten und stationären Einrichtungen der Suchtkrankenhilfe werden Diagnosen nach dem internationalen Diagnoseschema der Weltgesundheitsorganisation (WHO), ICD in der aktuellen Fassung 10 (Dilling, Mombour & Schmidt, 2005) erfasst. Für jede einzelne Störung wird von der Einrichtung gemäß ICD-10 eine entsprechende spezifische Diagnose vergeben. Da Komorbiditäten (Mehrfachstörungen) unter den Klienten der  ambulanten und stationären Einrichtungen die Regel ist, ergeben sich für diese meist mehrere Einzeldiagnosen. Die behandlungsleitende Diagnose, z.B. Pathologisches Glücksspielverhalten, wird zusätzlich als Hauptdiagnose gekennzeichnet. Im Gegensatz zu den Einzeldiagnosen kann für jeden Klienten nur eine Hauptdiagnose vergeben werden (Sonntag, Bauer & Welsch, 2005).

Bei Klienten mit pathologischem Glücksspielverhalten werden die Einzeldiagnosen danach unterschieden, ob die Klienten im Zusammenhang mit gewerblichen Spielen (meist Geldspielautomaten) oder mit Glücksspielen (Casinospiele) eine glücksspielbedingte Diagnose bekommen.

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