Tabakentwöhnung bei Patienten in Rehabilitationskliniken
  

Kröger, C., Metz, K. & Bühler, A. (2004). Tabakentwöhnung bei Patienten in Rehabilitationskliniken. Suchtmedizin, 6 (1), 61-66.
 

  Ziel: Mit der Studie sollteüberprüft werden, ob Raucher aufgrund von bestimmten Merkmalen (Motivationsstatus, Aufhörfertigkeiten, soziale Unterstützung) spezifischen Behandlungen zugeordnet werden können, um die Effekte der Tabakentwöhnung zu optimieren.
Methode: Raucher, die sich wegen einer tabakassoziierten körperlichen Erkrankung oder einer Alkoholabhängigkeit in stationärer Behandlung befanden, nahmen an der Studie teil, die an 20 Suchtrehabilitationskliniken und 14 Allgemein-Rehabilitationskliniken in Deutschland durchgeführt wurde. Die Gruppenbehandlung bestand alternativ aus einem kognitiv-verhaltenstherapeutischen bzw. einem motivationsfördernden Trainingsprogramm mit und ohne telefonische Nachbetreuung.
Ergebnisse: Beide Interventionen wurden von den Teilnehmern und den Therapeuten gleichermaßen positiv bewertet. Die Aufhörquoten für die beiden Interventionen unterschieden sich drei Monate nach Behandlungsende nicht signifikant. Die Raucher in Allgemeinrehabilitationskliniken waren häufiger abstinent als die Raucher in den Sucht-Rehabilitationskliniken, männliche Raucher häufigerals weibliche Raucherinnen. Den stärksten Effekt auf die Aufhörquote hatte die telefonische Nachbetreuung. Die Abstinenzquoten der Behandlungsbedingungen waren unabhängig von der Motivation, der sozialen Unterstützung und den Aufhörfertigkeiten der Raucher.
Diskussion: Eine differenzielle Indikation anhand der untersuchten Kriterien erscheint nicht erfolgreich. Die Effekte von Tabakentwöhnung in Kliniken können vermutlich verbessert werden, indem man beide Trainingsprogramme kombiniert, die strukturellen Bedingungen (Tabakpolitik) in den Kliniken verbessert und/oder vermehrt Nikotinsubstitution einsetzt.

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