| Änderungssensitivität und prognostische Validität der MA ... | |
Küfner, H., Buchholz, A., Lindenmeyer, J., Kraus, L. & Rist, F. (2009). Änderungssensitivität und prognostische Validität der MATE Indizes. Sucht, 55 (4), 243-251. | |
| Fragestellung: Neben der Behandlungsallokation (Triage) ist eine wesentliche Aufgabe des Instruments Measurements in the Addictions for Triage and Evaluation (MATE) die Anwendung in der Evaluation in Therapieverlauf und Katamnese. In diesem Aufsatz werden daherÄnderungssensitivität und prognostische Validität des MATE auf den beiden Ebenen der Mittelwerts- wie der individuellen Veränderungen geprüft. Hinzu kommt die Frage der prognostischen Aussagefähigkeit der MATE-Indizes hinsichtlich der Abstinenz. Methodik: Bei einer Teilstichprobe (n=113) aus dem deutschen MATE Projekt wurde der MATE in einer Suchtfachklinik zur Entwöhnungsbehandlung für alkoholabhängige Patienten zu Beginn und am Ende der Behandlung eingesetzt. Außerdem wurden katamnestische Daten einer Routinekatamnese nach einem Jahr erhoben. Für die Prä-Post-Differenzen der MATE-Scores berechneten wir Cohen's d so wie das Standardized Response Mean (SRM). Darüber hinaus ermittelten wir die Verteilung individueller Veränderungen anhand der standardisierten Differenzen sowie anhand des Reliable Change Index (RCI). Zur Prognose wurden logistische Regressionen mit der Abstinenz als abhängiger Variable und den MATE Indizes als unabhängigen Variablen zurPrä- und Posttesterhebung durchgeführt. Ergebnisse: Neun von 13 untersuchten MATE Indizes waren im Prä-Post-Vergleich hypothesenkonform reduziert (p<.01). Der Anteil der therapiekonformen Einzelfallveränderungen variierte - je nach Index - zwischen 72 % (Beeinträchtigungen - Total) und 6 % (Persönlichkeit). Im Prätest hatten 10,9 % der Patienten klinisch auffällige Angstwerte, im Posttest noch 1,1 %. In Bezug auf depressive Symptome (Index Depression) waren im Prätest 15,2 % klinisch auffällig, im Posttest nur noch 1,1 %. Im Bereich der Persönlichkeit hatten im Prätest 21,3 % klinisch auffällige Werte, im Posttest waren es 16 %. Negative Veränderungen sind insgesamt selten, zeigen sich am häufigsten im Bereich der Persönlichkeit (6,4 %). Prognostisch ließen sich 40 % der Varianz der Abstinenz im ersten Jahr nach Therapieende durch die MATE Indizes Verlangen und Barrieren erklären. Diskussion und Schlussfolgerungen: Eine Reihe von Indizes des MATE sind für die Erfassung von Veränderungen und die Prognose des Verlaufs gut geeignet. Für klinische Aussagen und Anwendungen enthält der Ansatz individueller Veränderungen mehr Informationen als der von Mittelwertsveränderungen. |
<< zurück

