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Strupf, M., Gomes de Matos, E., Soellner, R., Kraus, L., Piontek, D.

Trinkverhalten von Personen verschiedener Herkunftsregionen in Deutschland: Ein Vergleich mit Personen ohne Migrationshintergrund

2016

Suchttherapie, eFirst, DOI: 10.1055/s-0042-111197

Ziel: Es wurden Personen mit Migrationshintergrund aus verschiedenen Herkunftsregionen hinsichtlich ihres Alkoholkonsums mit Personen ohne Migrationshintergrund verglichen. Methodik: Daten des Epidemiologischen Suchtsurveys (ESA) 2012 wurden ausgewertet (n=9084). Personen mit Migrationshintergrund wurden ihrer Herkunft entsprechend in 10 Gruppen aufgeteilt. Als Indikatoren zur Erfassung des Alkoholkonsums dienten Abstinenz, Durchschnittskonsum und episodisches Rauschtrinken. Inferenzstatistische Vergleiche erfolgten regressionsanalytisch. Ergebnisse: Alle Herkunftsgruppen außerhalb Europas und wenige innerhalb Europas wiesen signifikant höhere Abstinenzraten auf als Personen ohne Migrationshintergrund. Die höchsten Werte zeigten Personen mit einem Hintergrund aus arabisch-islamisch geprägten Ländern und der Türkei. Hinsichtlich des Durchschnittskonsums und episodischen Rauschtrinkens wurden kaum Gruppenunterschiede gefunden. Schlussfolgerungen: Die Bereitschaft unter Personen mit Migrationshintergrund zur Abstinenz sollte unterstützt werden. Ein Bedarf migrationsspezifischer Präventionsmaßnahmen auf Populationsebene ist für die Gruppe der in den zurückliegenden Jahrzehnten nach Deutschland migrierten Personen und ihre Nachkommen nicht erkennbar; die Erreichung der Personen mit Migrationshintergrund durch bestehende Maßnahmen sollte gewährleistet werden.

Link zu dem deutschen und englischen Abstract in der Zeitschrift Suchttherapie: hier

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